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Ein Tag im Pharmaforschungszentrum Wuppertal


Der Projektkurs Immunbiologie/Pharmazie hatte sich bereits im März 2018 am Bayer-Wettbewerb „Out of he box“ beteiligt. Die Firma bietet hier ausgesuchten Schulklassen eine Veranstaltung außerhalb des normalen-Schülerlabor-Programms an. Die eingereichten Projektarbeiten, in denen der Kurs sich u.a. mit dem Thema Tierversuche, mit dem Weg vom Molekül zum Medikament und mit modernen Methoden der Krebstherapie befasst hatte, wurden von der Jury positiv bewertet und es erfolgte eine Einladung in das Pharmaforschungszentrum in Wuppertal.
Am 27.6.2018 war es dann endlich soweit: Der Projektkurs und der Chemie-Leistungskurs mit Frau Klose machten sich auf den Weg nach Wuppertal.

Bei einer Besichtigung der verschiedenen Labore erklärten uns die Laborleiter den langen Weg vom Molekül zum Medikament. Dabei ergaben sich nicht nur interessante Einblicke in die Welt der Pharmaforschung, sondern im Gespräch mit den Wissenschaftlern aus den verschiedensten Disziplinen (Biologie, Chemie, Medizin, Pharmazie, Ingenieurswissenschaften) auch spannenden Impulse im Hinblick auf eine spätere Studien- bzw. Berufswahl.


Nach einen interessanten Einführungsvortrag zur Geschichte der Pharmaforschung bei Bayer und zu aktueller Wirkstoffforschung am Beispiel Kardiologie ging es in die Labore:
Wir besichtigten das riesige Substanzlager mit über 4 Millionen Chemikalien, von denen viele noch darauf warten, als Wirkstoffe entdeckt zu werden.
Im Hochdurchsatz-Screening konnten wir zuschauen, wie robotergestützt ununterbrochen tausende von Substanzen auf Wirksamkeit getestet werden. Die Substanzen werden dabei auf Zellkulturen in Mini-Titerplatten gegeben und eine Wirkung der Substanz wird durch ein Leuchten der Zelle angezeigt. Besonders beeindruckend war, dass dabei so winzige Mengen an Wirkstofflösung verwendet werden, dass man diese nicht pipettiert, sondern durch Ultraschall in die Vertiefung der Titerplatte katapultiert.

 

Einige Schüler waren besonders „geflasht“ vom Molecular Modelling. Ausgestattet mit 3-D-Brillen tauchten wir in die dreidimensionale Welt von Proteinen ein und konnten nachvollziehen, wie ein Wirkstoff am Computer so zusammengebaut wird, dass er genau in das aktive Zentrum des Enzyms passt und die gewünschte Wirkung erzielt.

 

Wir ließen uns zeigen, wie Versuchstiere mit Computertomographie darauf untersucht werden, ob potentielle Wirkstoffe gegen Lungenerkrankungen wirken. In einem Minioperationssaal für Mäuse wurde an einer Plüschmaus erklärt, wie am narkotisierten, aber lebenden Tier die Wirkung von Thrombose-Medikamenten unter dem Mikroskop direkt beobachtet werden kann.

Zum Abschluss gab es noch eine sehr anregende Diskussion mit einem Tierarzt zum Thema Tierversuche und ihre Bedeutung für die Pharmaforschung.
Auch wenn es ein langer und anstrengender Tag war, so waren sich doch alle einig, dass dies ein sehr lohnendes und beeindruckendes Erlebnis war.

Siehe auch: Baylab-Blog


Zuletzt aktualisiert am 29.6.2018, Klose

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