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Dietrich Bonhoeffer


Unsere Schule ist nach dem evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer benannt, der aus christlicher Verantwortung und politischer Überzeugung zum Widerstandskämpfer wurde und am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet wurde. Seinem Vorbild weiß sich unsere Schule in ihrem Auftrag verpflichtet, junge Menschen auf dem Weg des Erwachsenwerdens zu begleiten. Eine besondere Atmosphäre des Vertrauens bestimmt den Umgang von Schülern, Lehrern und Eltern miteinander.
 
"Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag ..."
(Dietrich Bonhoeffer)

Jahr

Biographie


1906

geb. in Breslau/Schlesien, Sohn des renommierten Neurologen Karl Bonhoeffer.

1923-1927

Theologiestudium in Tübingen, Berlin, Rom und New York.

1928

Bonhoeffer legt das erste theologische Examen ab.
Vikariat in Barcelona.


1929/30

Assistent an der theologischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität.

1930

Zweites theologisches Examen und Habilitation.
Studienaufenthalt am Union Theological Seminary in New York (USA).
Privatdozent an der Humboldt-Universität und Studentenpfarrer an der Berliner Technischen Hochschule (bis 1933).
Bonhoeffer lernt Karl Barth (1886-1968) in Bonn kennen.


1934

Als Leiter der deutschen Jugenddelegation nimmt Bonhoeffer an der ökumenischen Tagung auf Fanö (Dänemark) teil und warnt in seiner "Friedensrede" vor der drohenden Kriegsgefahr.

1933-1935

Pfarrer der deutschen Gemeinde in London-Sydenham.

seit 1935

Leiter des Predigerseminars der Bekennenden Kirche in Zingst und Finkenwalde (b. Stettin); Erklärung der Unvereinbarkeit von Christentum und NS-Rassenideologie.

1936

Bonhoeffer verliert die Lehrbefugnis für Hochschulen.

1937

Ein Erlass Heinrich Himmlers verfügt die Schließung des Finkenwalder Predigerseminars. Die Arbeit wird jedoch von Bonhoeffer im Untergrund fortgesetzt.

1939

Bonhoeffer führt im Auftrag deutscher Widerstandskreise Geheimgespräche in London; er lehnt eine Berufung in die USA ab und kehrt kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs von einer Vortragsreise aus Nordamerika nach Deutschland zurück.

1940

Das von ihm illegal geleitete Predigerseminar wird zum zweiten Mal geschlossen. Bonhoeffer erhält Rede- und Schreibverbot.
Bonhoeffers Geschwister, Klaus Bonhoeffer und Christine (Zwillingsschwester) von Dohnanyi, engagieren sich ebenfalls im Widerstand.


1940-1943

Bonhoeffer erhält über seinen Schwager Hans von Dohnanyi Anschluss an den politisch-militärischen Widerstand um Admiral Wilhelm Canaris, der ihn im Amt-Ausland/Abwehr (militärischer Geheimdienst) im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) beschäftigt. Als Vertrauensmann knüpft Bonhoeffer mit Hilfe seiner ökumenischen Kontakte Verbindungen zwischen den westlichen Regierungen und dem deutschen Widerstand.
In Schweden trifft er als Vertreter der deutschen Opposition George Bell (1883-1949), den Bischof von Chichester. Beide erörtern Friedenspläne nach einer Ausschaltung Hitlers. Das britische Außenministerium weigert sich, mit einer neuen deutschen Regierung Frieden zu schließen, ohne dass diese bedingungslos kapituliert.
1943 (April) wird Bonhoeffer, drei Monate nach seiner Verlobung mit Maria von Wedemeyer, von der Gestapo verhaftet (Vorwurf: Wehrkraftzersetzung); ohne Anklage wird er in Berlin-Moabit und im Gestapo-Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße inhaftiert und schwer misshandelt.


1944

Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 findet die Gestapo Beweise für die Beteiligung Bonhoeffers am Widerstand.

1945

Verlegung in das KZ Buchenwald (Februar); Verlegung in das KZ Flossenbürg (April); kurz vor der Befreiung des Lagers durch die US-Armee werden Dietrich Bonhoeffer, Wilhelm Canaris (ehem. Chef der Abwehr) und General Hans Oster (Abwehr) von einem SS-Standgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wird noch am gleichen Tag (9. April) vollstreckt.
 
Referat von Lenja Rother (Mai 2004)
 
Literatur: Eberhard BETHGE, Dietrich Bonhoeffer. Theologe, Christ, Zeitgenosse, Gütersloh/München, 1986 (6.Aufl.)

Weitere Informationen:Dietrich-Bonhoeffer-Verein (Wiesbaden)