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Erzählungen als Botschaft


Eine Jugendliche aus Bergisch Gladbach ist Preisträgerin im landesweiten Jugendliteraturwettbewerb. Im Interview erzählt die Gewinnerin Stephanie Eßer über ihre Motivation zum Schreiben.
Stephanie Eßer beschäfigt sich mit Literatur als Leserin, aber auch als Autorin. (Bild: Roland U. Neumann)
Bergisch Gladbach - Frau Eßer, Sie haben im Jugendliteraturwettbewerb von Wort & Kunst einen ersten Preis gewonnen? Ist die preisgekrönte Erzählung Ihre erste literarische Arbeit?

STEPHANIE ESSER:Ich habe schon in der Grundschule gerne Erzählungen geschrieben und viel Bestätigung von meiner Lehrerin bekommen. Im letzten Schuljahr habe ich dann einen Kurs „Kreatives Schreiben“ gewählt. Das hat mich weitergebracht, der Kurs hat eine ganz andere Herangehensweise an Literatur vermittelt. Zum Abschluss hat die Lehrerin auf den Jugendliteraturwettbewerb aufmerksam gemacht. Daraufhin habe ich die Erzählung eigenständig, ohne Ratschläge von anderen, geschrieben.
 
Was ist Ihr Antrieb zu schreiben?
 
Als Kind habe ich Geschichten dazu genutzt, in eine von mir selbst geschaffene Welt zu fliehen. In der Realität wären die Dinge nie so geschehen. Heute geht es mir eher darum, über eine Erzählung eine Botschaft zu vermitteln. Über eine Geschichte lässt sich so mancher Gedanke greifbarer machen. Damit ist oft mehr zu bewirken als mit Argumenten, denn eine Geschichte regt an, selbst nachzudenken.
 
Für die zum Wettbewerb eingereichte Erzählung haben Sie ein soziales Thema gewählt. Was steht dahinter?
 
Es geht mir eher um das Individuum. Das Soziale kommt erst an zweiter Stelle. Ich habe meine Erzählung unter dem Titel „Der Aussteiger“ eingereicht. Die Gesellschaft ist für die Reaktion der Hauptfigur Friedrich mitverantwortlich, aber ich lege den Fokus auf ihn persönlich.
 
Der Friedrich in Ihrer Erzählung ist ein Gescheiterter. Warum schreiben Sie über ihn?
Ich finde es wichtig, die Gedankenwelt so einer Person anderen näher zu bringen. Ich glaube, dass es heute viele solche Menschen gibt. Für sie gibt es keinen Grund, sich zu schämen. Es ist in Ordnung, die Erwartungen der anderen manchmal nicht zu erfüllen.
 
Sind Sie überrascht von Ihrem Erfolg im Wettbewerb?
 
Das Thema der Ausschreibung war „Zukunft“. Da habe ich angenommen, dass ich mit einer düsteren Geschichte, die eher von der Angst vor der Zukunft handelt, nicht so gut ankommen würde. Von Jugendlichen wird vielleicht etwas anderes erwartet.
Hat Sie die Anerkennung motiviert, weiter zu schreiben?
 
Ja. Ich habe zwar Bedenken, mich als Künstlerin zu definieren. Aber einfach weiter schreiben möchte ich auf jeden Fall.
 
KSTA-17.11.09

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