„Studieren muss man einfach“
In einem Pilotprojekt informierten 25 Professoren Schüler über verschiedene Studiengänge und die unterschiedlichen Wege in ein Studium.
Bergisch Gladbach - „Ich bin über meine Schwester an die Uni gekommen. Sie studierte damals Jura und hat mich einfach einmal mitgenommen. Das war der Anfang“. So schilderte Professor Bernhard Kempen, wie er zum Studium kam - per Zufall und über Kontakte. Das soll heute für junge Leute anders sein. Deshalb informierte der Vorsitzende des Deutschen Hochschulverbandes gemeinsam mit 24 Professorenkollegen die Oberstufenschüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums über Wege und Möglichkeiten zum Studium. Unter dem Motto „Uni goes to School“ stellten dabei die Professoren des Deutschen Hochschulverbandes ihre Fachgebiete im Rahmen eines Pilotprojekts vor.
„Wir sind stolz, dass es heute solche Informationsangebote über das Studium gibt“, sagte Kempen. Jeder Schüler müsse sich vor Beginn des Studiums fragen, welches Fach zu ihm passe und was er später wolle: „Für ein Jurastudium reicht es nicht aus, im Fernsehen zehn Folgen von »Richterin Barbara Salesch« gesehen zu haben. Man muss die spezifischen Anforderungen eines Fachs begreifen.“
Von Physik über Philosophie bis zu Medizin konnten die Schüler sich ein Fach aussuchen, über das sie dann in einem der 20 Klassenräume informiert wurden. Professor Tibor Kliment zum Beispiel stellte mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation das Studium der Medienwirtschaft genauer vor. Die Schüler konnten dazu auch Fragen stellen. Seine Präsentation beendete der Professor mit dem Satz: „Orientieren Sie sich an dem, was Sie gut können und mögen, was Ihnen Spaß macht.“
Die Veranstaltung schien viele Schüler in ihren Plänen bestärkt zu haben. Einige wissen zwar schon ganz genau, dass sie studieren wollen. Nur in welche Richtung es mal gehen mal soll, steht bei vielen noch in den Sternen. „Ich fand es schade, dass es so wenig Angebote gab, aber jetzt weiß ich wenigstens, was ich nicht machen will“, sagte Melina Pelc, eine Schülerin des Gymnasiums, während ihre Freunde zustimmend nickten.
Andere waren ein wenig enttäuscht, weil es nicht möglich war, intensivere Einblicke in mehrere Bereiche zu bekommen - die Fächer wurden zur gleichen Zeit vorgestellt wurden. Trotzdem sind sie sich einig, dass sie nächstes Jahr wieder bei „Uni goes to school“ dabei sein werden.
Cornelia Kliment, Geschäftsführerin der deutschen Universitätsstiftung, ist sich sicher, mit dieser Veranstaltung Standards gesetzt zu haben. „Studieren, das muss man einfach, das gehört heutzutage einfach dazu“, so eine Schülerin des Heidkamper Gymnasiums.
KSTA-28.01.10
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