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Berlinfahrt ’07


 
Stimmen, Lichter, Busse, Koffer und Kälte – viel mehr nahmen einige Schüler der Stufe 10 bei der Abfahrt am Montagmorgen um 5.30 Uhr nicht wahr. Manche beklagten sich noch, dass die „b“ und die „c“ natürlich wieder den guten Bus mit Fernsehern bekommen hätten, und dann ging es auch schon mit leichter Verspätung los Richtung Sonnenaufgang und natürlich Berlin.
 
Nach ein paar Stunden Fahrt wurde Pause gemacht und die Schüler erhielten die Gelegenheit, den DDR-Grenzübergang zu besichtigen und Näheres über die Grenzkontrollen zu erfahren.
Danach ging es weiter, denn alle brannten darauf, endlich Berlin zu sehen. Doch die Euphorie legte sich, als Herr Klock-Eimermacher in einer seiner Ansprachen erklärte, dass man keine Zeit mehr habe um ins Jugendgästehaus zu fahren, sondern direkt ins Ministerium am Alexanderplatz führe. Dort angekommen, konnten sich die müden Jugendlichen nicht dazu bringen, der engagierten Dame des Ministeriums zuzuhören, obwohl sie sich viel Mühe gab und sogar kostenlose Getränke angeboten wurden.
Endlich in der Jugendherberge angekommen, fiel die ganze Gruppe mehr oder weniger erfreut über das Essen her.
 
Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück direkt zum Olympiastadion, durch das eine Frau führte und viele geschichtliche und sportliche Dinge zum Stadion erklärte.  Danach trafen die Schüler im Bundestag den Abgeordneten Bosbach, mit dem sie angeregt diskutierten und dem sie viele Fragen stellten. Durch einen beeindruckenden Tunnel, der von vielen Leuchten angestrahlt wurde, führte Herr Bosbach sie dann zum Reichstag rüber, wo die Schüler im Plenarsaal Platz nahmen und dem Vortrag eines Herrn lauschten, der Mühe hatte, seine Zuhörer wach zu halten. Im Anschluss stand dann eigentlich der Besuch der berühmten Kuppel an, doch leider wurde diese zu diesem Zeitpunkt gerade geputzt, sodass es den Schülern nicht vergönnt war, den herrlichen Ausblick über Berlin zu genießen.
Nachdem abends von den Schülern gegrillt wurde, ging ein Teil der Stufe in eine Karaokebar, während ein anderer Teil sich Berlin und seine Sehenswürdigkeiten bei Nacht ansah.
 
Am Mittwoch machten sich die Klassen „a“ und „d“ auf den Weg ins Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wo ein pensionierter Politiker ihnen einen Vortrag hielt und versuchte auf die interessierten Fragen der Schüler und Lehrer zu antworten.
Danach stand der Nachmittag den Schülern der zwei Klassen frei zur Verfügung, während die anderen beiden Klassen sich ein Konzentrationslager anschauten, was vielen sehr nahe ging.
Am Abend machte sich ein Großteil der Schüler schick um zusammen mit einigen Lehrern die Disco „Q-Dorf“ zu besuchen. Der Rest blieb zusammen mit Herrn Klock-Eimermacher in dem JGH um sich das Fußballspiel anzuschauen.
 
Am Donnerstagmorgen besuchten die Schüler die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Zeitzeugen führten sie durch das ehemalige Stasi-Gefängnis und die Schüler sahen, wie die Inhaftierten in der Anfangszeit dort gequält wurden. In dem modernerem Teil des Gefängnisses erfuhren die Schüler, wie die Gefangenen in die Zellen gebracht wurden ohne je zu erfahren, wo sie sich befanden. Sie sahen die Räume, wo die Insassen verhört wurden, die alle gleich aussahen und sich in einem langen Flur aneinanderreihten.
Am Nachmittag durften die Schüler frei wählen in welches Museum sie gehen wollten. Jedes Museum sorgte für Begeisterung, auch wenn leider nicht viel Zeit blieb, es sich anzugucken, da man pünktlich um 18 Uhr wieder im Jugendgästehaus zum Abendessen sein musste. Direkt nach dem Essen ging es dann auch schon auf zum Kulturabend. Zur Auswahl standen das Musical „Tanz der Vampire“, die „Blue-Men-Group“ und ein Zaubertheater, das kleiner war als es sich die Schüler erhofft hatten. Auch Herr Lorenz schien von den blauen Männern vor ihm auf der Bühne nicht angetan, denn er rührte sich nicht einmal während der ganzen Vorstellung noch war ein Lächeln auf seinen Lippen zu sehen.
 
Hektisch ging es am Freitagmorgen zu, da man noch die letzten Reste packen musste und man früh los wollte, um sich in Potsdam noch das Schloss Cecilienhof anzuschauen. Nach einer gewissen Orientierungslosigkeit der Busfahrer und der Lehrer, erreichte die Gruppe doch noch das Schloss, wo sie durch die Räume, wo die Potsdamer Konferenz abgehalten wurde, geführt wurden. Dann ging es auf in Richtung Heimat, doch wurde die dortige Ankunft etwas herausgezögert, da die Straßen etwas verstopft waren und man mehrere Stunden im Stau stand. Der Besuch bei Mc-Donalds  heiterte viele jedoch wieder auf, sodass es eine schöne Rückfahrt mit euphorischen Dankesreden gab.
Im Nachhinein waren sich alle einig, dass diese Stufenfahrt eine gelungene Fahrt war, die allen Spaß und Berlin etwas näher gebracht hat.

 
Anna Lena Ebbinghaus, 10d