29.12.2005 - Bergische Landeszeitung
Leserbrief
Feierlich
Zu der doch noch möglich georderten Abitur-Feier seiner Schüler schreibt der Direktor des Gladbacher Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums:
Am Ende war es eine knappe Entscheidung der Jahrgangstufe 13 des DBG für eine Abiturfeier in ihrer Heimatstadt Bergisch Gladbach. Nachdem sich die Stadt und das Management des Bergischen Löwen um einen halben Millimeter bewegt und jeder 300 Euro zur Abiturfeier des DBG beigetragen hatte, entschied sich die Stufenversammlung mit einfacher Mehrheit für den Löwen (bis Mitte der 90er Jahre erhielt die Schule dafür jährlich 2000 Mark als Zuschuss). Oft wird gesagt, die Schülerinnen und Schüler des DBG würden ihr bestandenes Abitur viel zu aufwendig feiern. Da widerspreche ich heftig. Wer jemals die Schulabschlussfeiern in angelsächsischen Ländern erlebt hat, beurteilt dies anders. In ihrem Leben werden die Abiturienten so etwas nicht mehr erleben, auch nicht als Studenten an der Universität. In Deutschland wird ihnen das Zeugnis des Ersten Staatsexamens per Post zugesandt, auf DIN A 5 geknickt, um Porto zu sparen. Ich finde es aus diesem Grund richtig, dass Schülerinnen und Schüler zum Abschluss ihrer Schulzeit und damit eines wichtigen Lebensabschnitts einen feierlichen Rahmen wählen, der in der Erinnerung haften bleibt. Wer etwas erreicht hat, darf auch gebührend feiern. Ich finde auch, dass eine Abiturfeier ein gesellschaftliches Ereignis ist, auf das die Stadt und ihre Bürger stolz sein sollten. Die Schülerinnen und Schüler haben mit ihrer Entscheidung ihre Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt Bergisch Gladbach bekräftigt. Jetzt ist es an den Politikern, den Ball zurückzuspielen, denn der nächste Jahrgang, die Stufe 12 des DBG, plant schon seit geraumer Zeit die Abiturfeier 2007. Aber mir scheint, die Mitglieder des Stadtrates haben vor lauter Aktionen in der Südkurve längst alles außerhalb aus den Augen verloren.
von Gerd Josmann