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23.12.2005 - Kölner Stadtanzeiger

Schüler erfuhren Neues über sich selbst


Die Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums durften drei Tage lang dem Schulalltag entfliehen.


Bergisch Gladbach - "Die drei Tage hier waren besser als blaumachen", sind sich die Schüler der neunten Klasse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums einig. Drei Tage lang durften die Jungen und Mädchen lernen, mit Konfliktsituationen richtig umzugehen, um dabei Prävention, Kooperation und Kommunikation zu üben. Vermittelt wurden Werte und Normen für ein gewaltfreies und soziales Zusammenleben. Diese Aktion hat die Schule ins Lernprogramm aufgenommen - deshalb war die Teilnahme Pflicht. "Es ist eine andere Art von Unterricht. Aber der Unterricht fällt nicht aus. Wenn man etwas artikulieren muss, ist das auch Deutsch", erklärte Sozialpädagoge Klaus Luther. Die Motivation der Schüler war groß. "Auch wenn das Aussprechen von Gefühlen vorerst ungewohnt und neu ist, macht es nach einer Weile Spaß. In den intensiven Gruppen wird das Bedürfnis nach Vertrautheit geweckt und gestillt." Die Gruppen waren in Mädchen und Jungen unterteilt. Beim Jungentraining standen Selbsterfahrungsübungen in Konfliktsituationen im Vordergrund. Diese sollten den Jungen bei der Identitätsfindung helfen - und dabei, ihre Grenzen zu erkennen, zu setzen und zu akzeptieren und Mitgefühl zu entwickeln. Im Idealfall sind es diese Fähigkeiten, die Jugendliche davor bewahren, ein Täter zu werden - oder auch ein Opfer. Dies wurde mit Hilfe von Rollenspielen, Videoanalysen und Gesprächen erarbeitet. Außerdem sollten die Jungen lernen, Trauer und Wut zuzulassen, ohne dabei Gewalt anzuwenden. Dabei setzten die Betreuer bei den Stärken und den Problemen der Jungen an. Die Opferprävention bei Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren war jedoch der Themenschwerpunkt. Bei den Mädchen ging es in erster Linie um Selbstsicherheit - und der Fähigkeit, sich gegenüber den Jungen klar abzugrenzen. Eine absolute Sicherheit vor sexuellen Übergriffen gibt es zwar nicht. Und doch konnten die Mädchen erkennen, dass sie ein kleines bisschen dazu beitragen können, nicht wie ein potenzielles Opfer zu wirken. Zum Beispiel, indem sie selbstbewusst auftreten. Und für Notfälle gab es ein paar grundlegende Selbstverteidigungstechniken. Das Selbstsicherheitstraining für Mädchen und das Konflikttraining für Jungen kooperiert unter anderem auch mit der Polizei NRW, wobei den Gruppen jeweils ein Polizist oder eine Polizistin zugeteilt war. Die Beamten sprachen mit den Jugendlichen über ihre Erfahrungen und beantworteten Fragen. http://www.em-jug.de/